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Der Notruf aus dem Pflegeheim kommt oft zu schnell. Was Bewohner:innen wirklich hilft.

Der Notruf aus dem Pflegeheim kommt oft zu schnell. Was Bewohner:innen wirklich hilft.

Ein Teil der Rettungsfahrten aus Pflegeheimen wäre vermeidbar, wenn ärztliche Hilfe im Haus verfügbar ist. Studien zeigen deutlich, was sich durch Betreuung vor Ort ändert, bis hin zu der Frage, wo Menschen ihre letzten Tage verbringen.

Ein Teil der Rettungsfahrten aus Pflegeheimen wäre vermeidbar, wenn ärztliche Hilfe im Haus verfügbar ist. Studien zeigen deutlich, was sich durch Betreuung vor Ort ändert, bis hin zu der Frage, wo Menschen ihre letzten Tage verbringen.

Dr. Ibrahim Amir · 24. August 2026 · 3 Min. Lesezeit

Dr. Ibrahim Amir · 24. August 2026 · 3 Min. Lesezeit


Wenn es einem Menschen im Pflegeheim plötzlich schlechter geht, ist der Notruf oft der schnellste Weg. Verständlich, aber nicht immer der beste. Internationale Auswertungen zeigen, dass ein Teil dieser Fahrten in die Notaufnahme vermeidbar gewesen wäre, wenn ärztliche Hilfe im Haus verfügbar ist. Was das für Bewohner:innen, Angehörige und Pflegeteams bedeutet, liest Du hier.


Warum landen Bewohner:innen so oft in der Notaufnahme?

Eine systematische Übersichtsarbeit hat 77 Studien zu Transporten aus Pflegeheimen in Notaufnahmen ausgewertet. Je nach Studie und Definition wurden zwischen 4 und 55 Prozent dieser Transporte als unangemessen eingestuft [1]. Die Spannweite ist groß, weil jede Studie anders misst. Die Richtung ist trotzdem eindeutig: Ein relevanter Teil dieser Fahrten wäre vermeidbar.

Als zentrales Hindernis benennt die Übersichtsarbeit die ärztliche Erreichbarkeit, sowohl während der regulären Zeiten als auch danach [1]. Ist niemand da, der eine Situation vor Ort einschätzen kann, bleibt dem Pflegeteam oft nur der Notruf. Nicht aus Übereifer, sondern aus Verantwortung.

Was ändert ärztliche Betreuung direkt im Haus?

Die Zahlen aus derselben Übersichtsarbeit sind deutlich. Ein Programm, das ärztliche Versorgung ins Pflegeheim verlagert, senkte die Vorstellungen in der Notaufnahme um 17 Prozent und die Krankenhausaufnahmen um 37 Prozent [1]. Eine bessere ärztliche Anbindung mit konstanter Betreuung reduzierte die Transporte insgesamt um 34 Prozent. Das strukturierte Programm INTERACT senkte die vermeidbaren Aufnahmen um 15 Prozent, ohne die Gesamtzahl der Spitalsbesuche zu verändern.

Ein Ergebnis geht über Statistik hinaus: Von jenen Bewohner:innen mit der am besten integrierten Primärversorgung starben 5 Prozent im Krankenhaus, gegenüber 14 bis 27 Prozent bei üblicher Versorgung [1]. Für viele Menschen ist genau das der Unterschied zwischen einem letzten Weg in ein fremdes Umfeld und dem Bleiben im vertrauten Zimmer.

Warum die Medikamentenliste regelmäßig auf den Tisch gehört

Im Pflegeheim kommen häufig viele Präparate zusammen. Strukturierte Medikationsüberprüfungen sind daher gut untersucht [2], und wenn Bewohner:innen und Angehörige in die Entscheidung eingebunden werden, lassen sich Präparate gezielt absetzen [3]. Ehrlich bleibt anzumerken: Dass sich dadurch harte Endpunkte wie Stürze oder Sterblichkeit sicher verbessern, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend belegt. Was sich zeigt, ist eine bessere Passgenauigkeit der Therapie.

Warum landen Bewohner:innen so oft in der Notaufnahme?

Eine systematische Übersichtsarbeit hat 77 Studien zu Transporten aus Pflegeheimen in Notaufnahmen ausgewertet. Je nach Studie und Definition wurden zwischen 4 und 55 Prozent dieser Transporte als unangemessen eingestuft [1]. Die Spannweite ist groß, weil jede Studie anders misst. Die Richtung ist trotzdem eindeutig: Ein relevanter Teil dieser Fahrten wäre vermeidbar.

Als zentrales Hindernis benennt die Übersichtsarbeit die ärztliche Erreichbarkeit, sowohl während der regulären Zeiten als auch danach [1]. Ist niemand da, der eine Situation vor Ort einschätzen kann, bleibt dem Pflegeteam oft nur der Notruf. Nicht aus Übereifer, sondern aus Verantwortung.

Was ändert ärztliche Betreuung direkt im Haus?

Die Zahlen aus derselben Übersichtsarbeit sind deutlich. Ein Programm, das ärztliche Versorgung ins Pflegeheim verlagert, senkte die Vorstellungen in der Notaufnahme um 17 Prozent und die Krankenhausaufnahmen um 37 Prozent [1]. Eine bessere ärztliche Anbindung mit konstanter Betreuung reduzierte die Transporte insgesamt um 34 Prozent. Das strukturierte Programm INTERACT senkte die vermeidbaren Aufnahmen um 15 Prozent, ohne die Gesamtzahl der Spitalsbesuche zu verändern.

Ein Ergebnis geht über Statistik hinaus: Von jenen Bewohner:innen mit der am besten integrierten Primärversorgung starben 5 Prozent im Krankenhaus, gegenüber 14 bis 27 Prozent bei üblicher Versorgung [1]. Für viele Menschen ist genau das der Unterschied zwischen einem letzten Weg in ein fremdes Umfeld und dem Bleiben im vertrauten Zimmer.

Warum die Medikamentenliste regelmäßig auf den Tisch gehört

Im Pflegeheim kommen häufig viele Präparate zusammen. Strukturierte Medikationsüberprüfungen sind daher gut untersucht [2], und wenn Bewohner:innen und Angehörige in die Entscheidung eingebunden werden, lassen sich Präparate gezielt absetzen [3]. Ehrlich bleibt anzumerken: Dass sich dadurch harte Endpunkte wie Stürze oder Sterblichkeit sicher verbessern, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend belegt. Was sich zeigt, ist eine bessere Passgenauigkeit der Therapie.

„Die wichtigste Frage im Pflegeheim ist nicht, wie schnell die Rettung da ist, sondern ob jemand da war, bevor man sie rufen musste.“

„Die wichtigste Frage im Pflegeheim ist nicht, wie schnell die Rettung da ist, sondern ob jemand da war, bevor man sie rufen musste.“

„Die wichtigste Frage im Pflegeheim ist nicht, wie schnell die Rettung da ist, sondern ob jemand da war, bevor man sie rufen musste.“

Was heißt das für Dein Haus?

Der gemeinsame Nenner aller wirksamen Modelle ist simpel: Es braucht feste ärztliche Ansprechpersonen, die das Haus und die Menschen kennen, regelmäßige Visiten statt Zufallskontakte und eine erreichbare Nummer, wenn es akut wird. Dazu kommen Medikationsüberprüfung, Wundmanagement und eine klare Abstimmung mit dem Pflegeteam.

Genau so arbeiten wir als Primärversorgungszentrum mit mehreren Wiener Häusern zusammen. Welche das sind, siehst Du auf unserer Referenzseite. Wenn Du für Deine Einrichtung ein Versorgungskonzept besprechen möchtest, melde Dich über die Kontaktseite.

Wann ist die Einweisung ins Spital trotzdem richtig?

Immer dann, wenn ein echter Notfall vorliegt. Verdacht auf Schlaganfall oder Herzinfarkt, schwere Verletzung nach einem Sturz, akute Atemnot oder Bewusstlosigkeit gehören sofort in die Rettungskette, Notruf 144. Es geht nicht darum, Transporte zu vermeiden, sondern die unnötigen.

Was bringt eine Medikationsüberprüfung konkret?

Sie schafft Übersicht. Präparate, die sich gegenseitig verstärken oder deren Nutzen nicht mehr gegeben ist, fallen auf. Gemeinsam mit Bewohner:in und Angehörigen wird entschieden, was bleibt und was gehen kann [3].

Wie beginnt eine Zusammenarbeit?

Mit einem Gespräch über Deine Einrichtung: Größe, Pflegeschwerpunkte, bisherige ärztliche Anbindung und die Punkte, die im Alltag am meisten drücken. Daraus entsteht ein Versorgungskonzept, das zu Deinem Haus passt.

Quellen

  1. Lemoyne SE et al.: Appropriateness of transferring nursing home residents to emergency departments: a systematic review. BMC Geriatrics, 2019.

  2. Alldred DP et al.: Interventions to optimise prescribing for older people in care homes. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2016.

  3. Impact of medication review, within a shared decision-making framework, on deprescribing in people living in care homes. PubMed, 2019.

  4. Sozialministerium Österreich: Pflege.

Bildnachweis: Fotos unserer Partnerhäuser St. Carolusheim und Park Residenz Döbling.

Was heißt das für Dein Haus?

Der gemeinsame Nenner aller wirksamen Modelle ist simpel: Es braucht feste ärztliche Ansprechpersonen, die das Haus und die Menschen kennen, regelmäßige Visiten statt Zufallskontakte und eine erreichbare Nummer, wenn es akut wird. Dazu kommen Medikationsüberprüfung, Wundmanagement und eine klare Abstimmung mit dem Pflegeteam.

Genau so arbeiten wir als Primärversorgungszentrum mit mehreren Wiener Häusern zusammen. Welche das sind, siehst Du auf unserer Referenzseite. Wenn Du für Deine Einrichtung ein Versorgungskonzept besprechen möchtest, melde Dich über die Kontaktseite.

Wann ist die Einweisung ins Spital trotzdem richtig?

Immer dann, wenn ein echter Notfall vorliegt. Verdacht auf Schlaganfall oder Herzinfarkt, schwere Verletzung nach einem Sturz, akute Atemnot oder Bewusstlosigkeit gehören sofort in die Rettungskette, Notruf 144. Es geht nicht darum, Transporte zu vermeiden, sondern die unnötigen.

Was bringt eine Medikationsüberprüfung konkret?

Sie schafft Übersicht. Präparate, die sich gegenseitig verstärken oder deren Nutzen nicht mehr gegeben ist, fallen auf. Gemeinsam mit Bewohner:in und Angehörigen wird entschieden, was bleibt und was gehen kann [3].

Wie beginnt eine Zusammenarbeit?

Mit einem Gespräch über Deine Einrichtung: Größe, Pflegeschwerpunkte, bisherige ärztliche Anbindung und die Punkte, die im Alltag am meisten drücken. Daraus entsteht ein Versorgungskonzept, das zu Deinem Haus passt.

Quellen

  1. Lemoyne SE et al.: Appropriateness of transferring nursing home residents to emergency departments: a systematic review. BMC Geriatrics, 2019.

  2. Alldred DP et al.: Interventions to optimise prescribing for older people in care homes. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2016.

  3. Impact of medication review, within a shared decision-making framework, on deprescribing in people living in care homes. PubMed, 2019.

  4. Sozialministerium Österreich: Pflege.

Bildnachweis: Fotos unserer Partnerhäuser St. Carolusheim und Park Residenz Döbling.

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Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann spürst du wahrscheinlich genau das Gleiche wie wir: Den Drang, Dinge anzupacken und wirklich etwas zu bewegen. Aber warum solltest du es beim bloßen Lesen belassen? Komm zu uns und werde Teil von dem, was wir hier aufbauen.

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